~ Gedanken über die Welt ~

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Griechenlands Hoteliers jubeln über Rekordumsätze – bei den Beschäftigten aber kommt wenig davon an. Tarifverträge werden ausgehebelt, Saisonkräfte hausen in Containern. Nun droht Streik zur Hochsaison.

Die griechische Tourismusbranche floriert. In diesem Jahr werden rund 30 Millionen Urlauber erwartet, mehr als jemals zuvor. Statistisch gesehen kommen damit 2017 auf jeden Griechen etwa drei Touristen.

„Jedes Jahr brechen wir neue Rekorde“, sagte Premierminister Alexis Tsipras neulich hocherfreut vor Hotelmanagern. Sein Enthusiasmus ist nachvollziehbar. Der Tourismus wird Griechenland in diesem Jahr voraussichtlich 14 Milliarden Euro aus dem Ausland einbringen – eine überlebenswichtige Stütze für die krisengeschüttelte Wirtschaft des Landes.

Doch den Preis zahlen viele der mehr als 340.000 Beschäftigten der Branche. Die Arbeitstage sind lang, die Gehälter gering. Viele Griechen werden illegal beschäftigt, haben keinen Versicherungsschutz und können leicht gefeuert werden. „Die Rekorde und Gewinne basieren auf überarbeiteten, ausgebeuteten Angestellten, von denen viele umfallen vor Erschöpfung“, sagt Kyriakos Tsaousis, Chef einer Touristik-Gewerkschaft im Norden Griechenlands.

Tourismus- und Gastronomie-Gewerkschaften haben für Donnerstag einen landesweiten Streik angekündigt, um auf die derzeitigen Zustände in der Branche aufmerksam zu machen. Es ist der erste Streik im Tourismussektor seit 2012. Panagiotis Prountzos, Präsident des Dachverbands der Tourismus-Gewerkschaften, glaubt an einen Erfolg des Arbeitskampfs: „Die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich so schnell, wir können nicht länger schweigen.“

  • Stagnierende Löhne: Festangestellte haben mehr Sicherheit im Job. Doch auch sie beklagen geringe Gehälter und schlechte Arbeitsbedingungen. Die Löhne wurden 2012 um 15 Prozent gekürzt. Seither stagnieren sie, obwohl die Gewinne der Branche kontinuierlich steigen. Gewerkschaften schätzen, dass sich nur ein Prozent aller griechischen Hotels an Tarifverträge hält. Sie umgehen sie mit zahlreichen Tricks: Tarifabkommen sind verpflichtend nur für Mitglieder von Hotelvereinigungen. Viele Unternehmen ziehen sich deshalb aus den Verbänden zurück. Die größte Vereinigung – Heraklion auf der Insel Kreta – hat sich gerade auf Initiative der Mitglieder selbst aufgelöst. In einigen Hotels müssen inzwischen sogar hochqualifizierte Fachkräfte Verträge als ungelernte Arbeiter unterzeichnen. Sie bekommen nur den Mindestlohn von 586 Euro.
  • Viele Arbeitgeber nutzen Gesetzeslücken aus, um Mitarbeiter billig und zeitlich befristet anzustellen. Das Gesetz sieht Grenzen für vom Staat subventionierte Praktika vor: Sie dürfen nicht mehr als 17 Prozent der Lohnsumme eines Betriebs ausmachen und 40 Praktikanten pro Hotel nicht übersteigen. Viele Arbeitgeber setzen aber mehr ein. Ein Praktikant kostet Hotels nur 187 Euro pro Monat. 
  • Arbeitgeber dürfen Beschäftigten unter 25 Jahren Gehälter unterhalb des Mindestlohns geben. Die Maßnahme war eigentlich dazu gedacht, die Jugendarbeitslosigkeitzu bekämpfen (derzeit 46,6 Prozent). Doch Missbrauch ist einfach, die Regelung erlaubt, junge Arbeitskräfte für gerade einmal 511 Euro pro Monat einzustellen. Gewerkschaften schätzen den Anteil solcher Arbeitsverhältnisse auf mindestens30 Prozent der Gesamtbeschäftigung in der Reisebranche.
  • Ein weiterer Trick besteht darin, ausländische Arbeitskräfte aus Russland oder Osteuropaanzuwerben, über Agenturen in Ländern wie Zypern. Diese „Trainees“ arbeiten Vollzeit, leben in Sammelunterkünften und verdienen monatlich gerade einmal 300 bis 400 Euro. Es ist nicht unüblich, dass selbst in Luxushotels in beliebten Urlaubsorten kaum ein Angestellter Griechisch spricht.
  • Gehälter werden zurückgehalten: Selbst viele profitable Hotels schlagen Kapital aus der Zwangslage vieler Beschäftigter, indem sie die Auszahlung von Gehältern verzögern, teilweise um Monate. Beschwerden darüber sind selten, viele Beschäftigte fürchten Repressalien. Gewerkschaften berichten davon, dass Hoteliers erst Steuern, Sozialabgaben und Lieferanten bezahlen, bevor sie den eigenen Mitarbeitern Geld auszahlen. „Die Botschaft ist klar: Sei froh, dass du überhaupt einen Job hast. Also halt die Klappe, oder wir stellen jemand an deiner Stelle ein“, sagt ein Hotelbediensteter aus Thessaloniki.
  • Verletzung von Gesundheits- und Arbeitsschutzrichtlinien: Angestellte beschreiben erschütternde Zustände, die Rede ist von Gluthitze in den Küchen, fehlenden Schutzausrüstungen, glitschigen Böden und fehlenden Sicherheitsverfahren. Unfälle sind häufig. Die Zahl der Arbeitsunfälle ist von 2009 bis 2016 um 580 Prozent gestiegen.

Der griechische Touristikverband SETE bezog auf am Mittwoch Stellung. „Die Hotelbranche ist in Griechenland der einzige große Arbeitgeber, der drei hintereinander folgende Tarifverträge unterzeichnet hat“, so Verbandspräsident Giannis Retsos gegenüber SPIEGEL ONLINE. Der vereinbarte Mindestlohn liege mit 768 Euro zudem 30 Prozent über den landesweiten Mindestgehältern. Zu den Vorwürfen sagte Retsos, „jeder Fall schlechter Geschäftsführung und jede Verletzung der Arbeitsgesetze ist zu verurteilen“.

Nach Angaben von Gewerkschaftsvertretern und Mitarbeitern gibt es auch Hoteliers, die alle Rechte der Mitarbeiter respektieren. Dabei handele es sich allerdings vor allem um Luxushotels in den Zentren Athen und Thessaloniki. Fünf-Sterne-Häuser machen allerdings nur rund fünf Prozent der etwa 10.000 Hotels in Griechenland aus. Auf sie entfallen weniger als 17 Prozent aller Betten.

In beliebten Tourismuszentren wie Mykonos, Santorin, Korfu oder Rhodos hingegen werden Beschäftigte oft ausgenutzt. Gewerkschaften verzeichnen zahlreiche Beschwerden aus diesen Ferienzentren. Manche Saisonarbeiter können sich keine eigene Unterkunft leisten. Sie leben in Gruppen von bis zu zehn Personen unter der brennenden Sonne in Metallcontainern.

„Die berühmten traumhaften Urlaubsorte“, sagt Gewerkschafter Prountzos, „sind für viele Beschäftigte ein Albtraum.“

Hier geht es zum Original-Link: ➡

http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-wie-die-reisebranche-griechische-beschaeftigte-ausbeutet-a-1158299.html

 

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VIO.ME vor Entscheidung: Fortbestehen durch Zwangsversteigerung bedroht! Solidaritätserklärung unterzeichnen!

Vio_Me_Der in Eigenregie und Selbstverwaltung produzierende Betrieb VIO.ME, seit dem letzten Jahr als Sozialkooperative anerkannt, ist erneut in akuter Gefahr. Seit dem 29. Mai ist ein Konkursverwalter durch Gerichtsentscheid berechtigt, im Auftrag der Eigentümerfamilie alle beweglichen Vermögens gegenstände auf dem Betriebsgelände zu erfassen und unmittelbar an beliebige Interessenten zu veräußern. Er hat Zugriff auf sämtliche beweglichen Güter, auf den Maschinenpark und Werkzeuge, auf Rohstoffe und Produkte, auf die den Arbeitern gespendeten Fahrzeuge, aber auch auf Einrichtungen und Geräte der Zweigstelle der Sozialklinik, die sich im Betrieb befindet, ebenso auf das Lager mit Hilfsgütern für Flüchtlinge. Mit dem Einsatz von Polizeigewalt ist zu rechnen.

VIO.ME ist immer noch der einzige Betrieb in Griechenland, den die Arbeiter nach der Flucht der Eigentümerfamilie besetzt und inzwischen seit 4 ½ Jahren in Arbeiterselbstverwaltung fortgeführt haben. Wichtig für das Fortbestehen des Projekts war und ist die Unterstützung in der griechischen Bevölkerung, in Thessaloniki und darüberhinaus, aber auch die vielfältige internationale Solidarität.

Wir rufen nun auf zur Solidarität mit der Erklärung der VIO.ME-Kollegen und zum Einstehen für ihre Forderungen, damit sie sich in der jetzigen bedrohlichen Situation auf die internationale Solidarität stützen und Druck auf die Parlamentsfraktion von Syriza und die Regierung ausüben können.

„Wir, die ArbeiterInnen von VIO.ME, betreiben die besetzte Fabrik seit viereinhalb Jahren und kämpfen schon seit sechs Jahren, doch das juristische System Griechenlands richtet immer noch heftige Angriffe gegen uns. Unser Versuch, den Betrieb der Fabrik fortzusetzen, ist abgelehnt worden, und ein entsetzlicher Gesellschaftskonkurs ist in Kraft getreten. Nun sollen die Produktionsmittel einer Zwangsversteigerung unterzogen werden. Die Produktionsmittel, durch deren Gebrauch dutzende Familien seit viereinhalb Jahren ein Einkommen bekommen. Die Verantwortung tragen die „ehrbaren“ Richter, deren einziges Ziel ist, das zu zerstören, was wir, die ArbeiterInnen von VIO.ME, mit so viel Mühe in Gang gesetzt haben. Sie tun das, damit keine andere aufgegebene Fabrik in die Hände der ArbeiterInnen gelangen kann. Deshalb klagen wir das juristische System und den für die Abwicklung der Fabrik bestellten Liquidator an. Sie wollen uns den Weg versperren, weil wir eine besetzte Fabrik ohne Chef betreiben.
Wir laden euch ArbeiterInnen, Mitglieder einer Gewerkschaft, Zusammenschlüsse ein, uns zu unterstützen, damit wir alle zusammen zeigen, dass wenn sie nicht können, dann können wir.
Wir brauchen eure praktische Unterstützung, um die Fabrik am Leben zu halten und unsere Familien vor Armut und Angst zu schützen. Wir brauchen Solidaritätserklärungen, um unsere Kraft zu beweisen: die Kraft der Solidarität, die stärker ist als jegliche Unterdrückung vom Kapital, stärker als jeglicher Zusammenbruch des kapitalistischen Wirtschaftssystem.
Kämpferisch und in Solidarität
Die ArbeiterInnen von VIO.ME“

➡ Petition hier unterschreiben!

troikaIch habe hier zwei Dokus herausgesucht, welche beide vom Wirtschaftsjournalisten und Bestsellerautor Harald Schumann stammen, die haargenau aufzeigen, was beispielsweise mit südeuropäischen „Krisenländern“ wie Griechenland im Namen der sogenannten Troika passiert und wohin die Steuergelder, UNSER(!) Geld tatsächlich fließen, wenn mal wieder Banken gerettet werden müssen, so wie damals, in der Weltwirtschaftskrise 2007 und 2008…

Nun zu den Dokus: 🎬

Doku 1:

„Macht ohne Kontrolle – Die Troika“:

Macht ohne Kontrolle – Die Troika (Deutsche Version), Arte-Sendung am 24.03.15: „MACHT OHNE KONTROLLE – DIE TROIKA“ – ein Film von Harald Schumann & Arpad Bondy. Ab Minute 15:15: „Griechenland wurde für die Stabilität des globalen Finanzmarktes geopfert.“

Minute 1:17:25: „Ein paar Leute haben mit diesen Transaktionen Milliarden verdient.“

„Nach seinem preisgekrönten Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ geht der Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor Harald Schumann erneut einer brisanten Frage auf den Grund: Was passiert mit Europa im Namen der Troika? Beamte aus den drei Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission – der Troika – agieren ohne parlamentarische Kontrolle. Sie zwingen Staaten zu Sparmaßnahmen, die das soziale Gefüge gefährden und tief in das Leben von Millionen Menschen eingreifen. Harald Schumann reist nach Irland, Griechenland, Portugal, Zypern, Brüssel und in die USA, und befragt Minister, Ökonomen, Anwälte, Bänker, Betroffene. „Wer Geld hat, lebt, wer kein Geld hat, stirbt.“, sagt der Arzt Georgios Vichas. Er leitet eine Freiwilligen-Klinik in Athen, während staatliche Krankenhäuser leer stehen müssen. Eine Begrenzung der Ausgaben im Gesundheitswesen führte dazu, dass rund ein Viertel der Bevölkerung keine Krankenversicherung mehr hat und über 200 Kliniken landesweit geschlossen wurden. Genauso absurd wie die Gesundheitspolitik ist die Mindestlohnpolitik, die die Troika den verschuldeten Ländern abverlangt. Dass Sparen so nicht funktionieren kann, erklärt der Nobelpreisträger Paul Krugman. Die Armen werden ärmer und die Reichen reicher. Ist das Europas Politik? Leidenschaftlich fordert Harald Schumann mehr Transparenz und Verantwortung für ein soziales Europa. Dafür nimmt er seine Zuschauer mit auf eine packende Recherchereise, bei der er dem Ursprung und den Auswirkungen konkreter Entscheidungen der Troika auf den Grund geht.“

▶▶▶ https://www.youtube.com/watch?v=Sw3gdliKYBM&t=5s

Und Doku Nummer 2:

„Es ist unser Geld, dass hier ausgegeben wird um schlecht wirtschaftenden Banken ihre Gewinne zu erhalten. Der Steuerzahler zahlt die privaten Schulden der Banken und wird dafür noch von den Bankenmanagern ausgelacht, wie kürzlich bei mitgeschnittenen Gesprächen von Führungskräften der Anglo Irish Bank ans Tageslicht kam. Staatsgeheimnis Bankenrettung zusätzliches Hintergrundmaterial: Drei Jahre „Griechenland – Rettung“: 77% flossen in Finanzsektor. Bericht von Attac:

—> http://www.attac-netzwerk.de/was-laeuft/neuigkeiten/detailansicht/datum/2013/06/17/griechenland-rettung-77-prozent-flossen-in-finanzsektor/

Genaue Aufstellung von Attac Österreich:

—> http://www.attac.at/uploads/media/hintergrundmaterial_bailout_deutsch.pdf

Inhalt: 50 Milliarden Euro in Griechenland, 70 Milliarden Euro in Irland, 40 Milliarden Euro in Spanien – ein Eurostaat nach dem anderen sieht sich gezwungen, seine Banken mit gigantischen Summen zu stützen, um damit die Verluste auszugleichen, die den Geldhäusern aus faulen Krediten entstanden sind. Aber wohin gehen die Milliarden eigentlich? Wer sind die Begünstigten? Mit dieser einfachen Frage reist der preisgekrönte Wirtschaftsjournalist und Sachbuchautor Harald Schumann quer durch Europa und bekommt verblüffende Antworten. Die Geretteten sitzen – anders als häufig vermittelt und von vielen angenommen wird – nicht in den ärmeren Eurostaaten, sondern hauptsächlich in Deutschland und Frankreich. Ein großer Teil des Geldes landet nämlich bei den Gläubigern der Banken, die gerettet werden wollen oder müssen. Und obwohl diese Anleger offenkundig schlecht investiert haben, werden sie – entgegen aller Logik der freien Marktwirtschaft – auf Kosten der Allgemeinheit vor jeglichen Verlusten geschützt. Warum ist das so? Wer bekommt das Geld? Eigentlich simple Fragen, die aber den Kern der europäischen Identität berühren.“

▶▶▶ https://www.youtube.com/watch?v=3lP6DbIfeVo&t=48s

Viel Spaß beim Anschauen dieser, wie ich finde, sehr wichtigen Dokus! Es ist nämlich wichtig, dass die Wahrheit über die Machenschaften und das Vorgehen der Geldgeber-Troika ans Licht kommt!

 

 

 

 

Politik, Gesellschaft, Umwelt, etc..jpgJeder Krieg hat seine Treiber. Die des Jahres 2018 haben Namen: Theresa May und die beiden Donalds: Trump und Tusk. In einer Art, die langsam an die Julikrise des Jahres 1914 erinnert, stellen sie den Bunsenbrenner unter das, was man bisher als »Kalten Krieg 2.0« bezeichnet und womit man sich immer auch ein bisschen in die Tasche gelogen hat: War alles nicht schön damals, aber es ist letztlich gut gegangen. Wird es schon auch diesmal…

Oder auch nicht. Da zettelt May wegen unbewiesener Vorwürfe eine beispiellose diplomatische Eskalation an – ähnlich wie damals die absteigende Großmacht Österreich-Ungarn. Einstweilen herrscht fröhliches Diplomatenausweisen. Wer feuert mehr? Zuletzt Russland 60 US-Vertreter und vier aus Deutschland. Die EU lässt sich auf eine »bedingungslose Solidarität« mit der Hasardeurin von der Themse ein und vergisst ihre eigenen Regeln.

Wie der EU-Blogger Eric Bonse (LostInEU) am Donnerstag analysierte, verstieß das Verfahren, nach dem inzwischen 18 der 28 Mitgliedsstaaten sich dem Ausweisungsbündnis angeschlossen haben, gegen sämtliche Regeln, die sich die EU für ihre »Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik« gegeben hat: Der für eine Entspannung gegenüber Russland eintretende Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker wurde übergangen, statt dessen setzte sich Ratspräsident Tusk an die Spitze der Eskalierer. Den für eine strategische Entscheidung dieser Art vorgesehenen einstimmigen Beschluss aller Mitgliedsstaaten hat es nicht gegeben; statt dessen handelte eine »Koalition der Willigen«, die diejenigen, die die Eskalation nicht von Anfang an mitmachen wollten, unter Druck setzt, im Rahmen der »Geschlossenheit« einer Hammelherde Gefolgschaft zu beweisen.

Die EU kalkuliert womöglich, London die eigene Unentbehrlichkeit gerade für britische Interessen deutlich zu machen und ein neues Argument zu gewinnen, den »Brexit« vielleicht doch noch zu vermeiden. Das macht die Sache nicht besser, sondern eher noch schlimmer. Denn es zeigt sich: Die EU ist gegründet worden, um ruinöse Kriege unter den kapitalistischen Staaten Europas zu vermeiden. Aber eben auch, um ihre Potentiale gegen den strategischen Hauptgegner zu bündeln. Und um in einer Welt, in der sie abzusteigen droht, zu zeigen, dass mit ihr zu rechnen sei, eskaliert sie mit.

Und betätigt sich als Aufrüstungsallianz: Verkehrskommissarin Violeta Bulc kündigte an, bei künftigen Investitionen in Transportinfrastruktur die Bedürfnisse schneller Truppenverlegungen zu berücksichtigen. Denn einstweilen hat der »Westblock« im ehemaligen »Ostblock« ein nicht zu unterschätzendes Problem: Seine Panzer sind zu schwer für die dortigen Brücken und zu sperrig für die meisten Unterführungen. Die waren auf die leichteren Panzer des Warschauer Pakts ausgelegt. Wenn sie im Fall eines westlichen Angriffs unter den 60 Tonnen der »Abrams« oder »Leopard« zusammengebrochen wären, hätte der angenommene Aggressor sich selbst geschädigt. Das Programm »Infrastruktur und Umwelt«, aus dem die EU den Straßen- und Eisenbahnbau in ihrem Osten bezuschusst, darf künftig gern in »Infrastruktur und Kriegsvorbereitung« umbenannt werden.

Gleichzeitig unterzeichnete Polen am Mittwoch mit den USA einen Vertrag über die Lieferung von insgesamt 208 »Patriot«-Raketen. Diese Systeme sind nicht zu verwechseln mit denen, die die USA schon ab diesem Sommer im pommerschen Redzikowo aufstellen wollen und die nach geringen Umrüstungen offensive Marschflugkörper verschießen können. Russland betrachtet dies als strategische Destabilisierung. Dass die »Patriots« nicht vor 2022 geliefert werden sollen, ist dabei kein Trost…

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Hier geht es zum Original-Artikel der jW: https://www.jungewelt.de/m/artikel/329975.kriegsbündnis-eu.html

 

Die fürchterliche und grausame Geschichte des NSU-Mordes an den griechischstämmigen Schlüsselmacher aus München: Theodoros Boulgaridis… 😦

„Wo stehen wir? Ein Theaterstück über den NSU-Mord an Theodoros Boulgaridis“

Von John Malamatinas, aus Junge Welt, 29.1.2018…

„Die meisten Deutschen kennen Griechenland als Urlaubsort und Pleitestaat, die hiesige griechische Community ist ihnen gänzlich unbekannt. Ein Theaterstück könnte das ändern: Seit dem vergangenen Mai wird in verschiedenen deutschen Städten »Warum musste Theo sterben?« aufgeführt, ein Stück über den NSU, die griechische Migration und die Rolle des Staats.

Im Zentrum steht der Mord an dem Münchner Schlüsselmacher Theodoros Boulgaridis, dem siebten Opfer des NSU. Wie die Hinterbliebenen aller türkischstämmigen Opfer wurde auch Boulgaridis’ Familie durch die Polizeiermittlungen jahrelang stigmatisiert – bis hin zur Zerstörung ihrer sozialen Existenz. »Warum musste Theo sterben?« bringt diese Erfahrungen auf die Bühne und stellt sie in den Mittelpunkt einer Reflexion über Rassismus und die Widersprüche einer als »gut integriert« geltenden Einwanderergruppe.Die meisten Deutschen kennen Griechenland als Urlaubsort und Pleitestaat, die hiesige griechische Community ist ihnen gänzlich unbekannt. Ein Theaterstück könnte das ändern: Seit dem vergangenen Mai wird in verschiedenen deutschen Städten »Warum musste Theo sterben?« aufgeführt, ein Stück über den NSU, die griechische Migration und die Rolle des Staats.
Im Zentrum steht der Mord an dem Münchner Schlüsselmacher Theodoros Boulgaridis, dem siebten Opfer des NSU. Wie die Hinterbliebenen aller türkischstämmigen Opfer wurde auch Boulgaridis’ Familie durch die Polizeiermittlungen jahrelang stigmatisiert – bis hin zur Zerstörung ihrer sozialen Existenz. »Warum musste Theo sterben?« bringt diese Erfahrungen auf die Bühne und stellt sie in den Mittelpunkt einer Reflexion über Rassismus und die Widersprüche einer als »gut integriert« geltenden Einwanderergruppe.“ >>>> weiterlesen auf https://griechenlandsoli.com

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„Wo stehen wir? Ein Theaterstück über den NSU-Mord an Theodoros Boulgaridis“
Von John Malamatinas, Junge Welt, 29.1.2018
„Die meisten Deutschen kennen Griechenland als Urlaubsort und Pleitestaat, die hiesige griechische Community ist ihnen gänzlich unbekannt. Ein Theaterstück könnte das ändern: Seit dem vergangenen Mai wird in verschiedenen deutschen Städten »Warum musste Theo sterben?« aufgeführt, ein Stück über den NSU, die griechische Migration und die Rolle des Staats.
Im Zentrum steht der Mord an dem Münchner Schlüsselmacher Theodoros Boulgaridis, dem siebten Opfer des NSU. Wie die Hinterbliebenen aller türkischstämmigen Opfer wurde auch Boulgaridis’ Familie durch die Polizeiermittlungen jahrelang stigmatisiert – bis hin zur Zerstörung ihrer sozialen Existenz. »Warum musste Theo sterben?« bringt diese Erfahrungen auf die Bühne und stellt sie in den Mittelpunkt einer Reflexion über Rassismus und die Widersprüche einer als »gut integriert« geltenden Einwanderergruppe.Die meisten Deutschen kennen Griechenland als Urlaubsort und Pleitestaat, die hiesige griechische Community ist ihnen gänzlich unbekannt…

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Das ist sehr gut auf den Punkt gebracht… Deutschlands enorme Außenhandelsüberschüsse verstärken das sowieso schon große wirtschaftliche Ungleichgewicht in der Eurozone enorm. Das schadet den wirtschaftlich schwächeren Euroländern.

„Man kann erst verteilen, wenn man produziert hat. So oder so ähnlich lautet eine der Lieblingsweisheiten der Oberideologen, die die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht nur hierzulande in den letzten Jahrzehnten dominiert haben.

Der Satz ist so einleuchtend einfach wie falsch. Wir leben in keiner Tauschwirtschaft, die unter Mangel leidet. Gerade in Deutschland, jener Wirtschaft, in der die Nachfrage im Verhältnis zur Produktion europaweit am eklatantesten auseinanderklafft. Hierzulande ist man nach wie vor stolz darauf, auch im Jahr 2015 einen Überschuss an Waren und Dienstleistungen von 233 000 Millionen Euro (233 Mrd.) in den Rest der Welt zu schieben, um sich hierfür im Gegenzug nichts als Finanzforderungen ins Büchlein einzutragen. Um dieses Modell aufrecht zu erhalten, ging die deutsche Führungselite sogar dazu über, die gesamte Eurozone in die Deflation zu zwingen – regelmäßige Leser*innen erinnern sich: Austeritätsprogramme, fortgesetzte Wirtschaftseinbrüche, Lohnsenkungen, Deflation…

Das Resultat ist, dass nun die Eurozone als Ganzes einen Exportüberschuss in Höhe von 463 000 Millionen Euro erzielt und somit den Rest der Welt kräftig bei sich anschreiben lässt, also in die Verschuldung drückt. Was für eine absurde Situation, wenn sich zeitgleich im Europa des 21. Jahrhunderts in Ländern wie Griechenland eine humanitäre Krise ereignet, nein, man muss sagen, eine solche gemacht wurde. Auf n-tv wurde kürzlich an die unerhörten Vorgänge erinnert, die kollektiv verdrängt und durch andere Themen ersetzt wurden (und an die Frau Merkel in ihrer Neujahrsansprache wird sicher nicht erinnern wollen, zumindest nicht in jener Version, wie sie sich nun immer stärker in Europa verbreitet.)“

 

https://www.maskenfall.de/?p=10150

Deutschland, Italien, Frankreich, usw., bestrafen Griechenland durch Vorenthaltung von Milliarden Euro Zinsen!

Veröffentlicht am 31. Oktober 2017 von georgbrzoska.

Dass Deutschland von der „Rettung“ Griechenlands profitierte, ist eigentlich gemeinhin bekannt. Dennoch… Lest selbst:

Euronews 30.10.2017: „Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen den Gläubigern Griechenlands im Jahr 2012 hatten die Mitgliedstaaten der Eurozone, die griechische Anleihen gekauft hatten, zugesagt, die Zinserträge der griechischen Zentralbank zurückzugeben. Fünf Jahre später ist das nicht so ganz eingetreten.“

„Fünf Jahre später wissen wir, dass diese Käufe von Staatsanleihen sehr lukrativ waren. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, hat kürzlich in einem Brief an Europa-Abgeordnete geäußert, dass die nationalen Zentralbanken des Euroraums seit 2012 insgesamt 7,8 Milliarden Euro an Zinsen verdient haben. Wer hat am meisten profitiert? Und was ist aus diesem Geld geworden? Eine Euronews-Recherche.“

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Euronews 30.10.2017: „Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen den Gläubigern Griechenlands im Jahr 2012 hatten die Mitgliedstaaten der Eurozone, die griechische Anleihen gekauft hatten, zugesagt, die Zinserträge der griechischen Zentralbank zurückzugeben. Fünf Jahre später ist das nicht so ganz eingetreten.“
„Fünf Jahre später wissen wir, dass diese Käufe von Staatsanleihen sehr lukrativ waren. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, hat kürzlich in einem Brief an Europa-Abgeordnete geäußert, dass die nationalen Zentralbanken des Euroraums seit 2012 insgesamt 7,8 Milliarden Euro an Zinsen verdient haben. Wer hat am meisten profitiert? Und was ist aus diesem Geld geworden? Eine Euronews-Recherche.“ weiterlesen

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Parakalo, Yiorgos! Keine Wasserprivatisierung!

Weder in Griechenland, noch sonstwo innerhalb der EU!

Dank aus Thessaloniki für die Wasser-Petition!

Veröffentlicht am 31. Juli 2017 von georgbrzoska.

Yiorgos Archontopoulos am 21. Februar 2017 in Berlin:

Yiorgos Archontopoulos, der Präsident der Gewerkschaft der Wasserwerke von Thessaloniki (SEEYATH) bedankte sich am 29.07.2017 per Mail für die Unterstützung durch die Petition gegen die Privatisierung des Wassers:

„Liebe FreundInnen und GenossInnen,

Am 19.7. wurden die 190.000 Unterschriften ausgehändigt, die von euch zur Unterstützung unseres Kampfs gesammelt worden sind.

Wir sind dankbar, weil in so einer schwierigen Zeit, in welcher sich unsere Kampagne befindet (die Regierung hat kapituliert und privatisiert ständig, was die meisten von uns zur Verzweiflung geführt hat), hat eure Mobilisierung uns dazu motiviert, weiter zu machen.

Wenn möglich, hätten wir gerne eine Kopie der Ankündigung, welche ihr an Thomas Wieser gegeben habt, sowie ähnliche Unterlagen, die für uns nützlich wären, wie z.B. eine Bestätigung über die Unterschriften. Diese könnten wir dann übersetzen und an die zuständigen Minister für das Wasser abgeben.

Ich finde keine Worte, um meine Gefühle über unsere Erlebnisse mit den Deutschen FreundInnen auszudrücken.

Es ist nicht das erste Mal, dass eure Solidarität uns hilft. Durch eure Mobilisierung für das Wasserreferendum, für VIOME oder für die Sozialpraxis, habt ihr bis heute viel Zeit, Geld und Mühe für uns hier am anderen Ende Europas geopfert.

Ich bin stolz, euch kennengelernt zu haben. Ich weiß, dass ich all das, was ihr uns gegeben habt, niemals zurückzahlen kann. Ich hoffe, ich kann diese Solidarität, die ich von euch erhalten habe, anderen Mitkämpfern rüberbringen, die es so nötig haben.

Gleichzeitig versuche ich allen zu vermitteln, dass Deutschland nicht die Banken, die Weltkonzerne oder Schäuble ist, sondern Deutschland seid ihr, die Menschen.“

Efcharisto!
Yiorgos

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Yiorgos Archontopoulos am 21. Februar 2017 in Berlin

Yiorgos Archontopoulos, der Präsident der Gewerkschaft der Wasserwerke von Thessaloniki (SEEYATH) bedankte sich am 29.07.2017 per Mail für die Unterstützung durch die Petition gegen die Privatisieriung des Wassers:
„Liebe FreundInnen und GenossInnen,
Am 19.7. wurden die 190.000 Unterschriften ausgehändigt, die von euch zur Unterstützung unseres Kampfs gesammelt worden sind.
Wir sind dankbar, weil in so einer schwierigen Zeit, in welcher sich unsere Kampagne befindet (die Regierung hat kapituliert und privatisiert ständig, was die meisten von uns zur Verzweiflung geführt hat), hat eure Mobilisierung uns dazu motiviert, weiter zu machen.
Wenn möglich, hätten wir gerne eine Kopie der Ankündigung, welche ihr an Thomas Wieser gegeben habt, sowie ähnliche Unterlagen, die für uns nützlich wären, wie z.B. eine Bestätigung über die Unterschriften. Diese könnten wir dann übersetzen und an die zuständigen Minister für das Wasser abgeben.
Ich finde keine Worte, um meine Gefühle über…

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