~ Gedanken über die Welt ~

troikaIch habe hier zwei Dokus herausgesucht, welche beide vom Wirtschaftsjournalisten und Bestsellerautor Harald Schumann stammen, die haargenau aufzeigen, was beispielsweise mit südeuropäischen „Krisenländern“ wie Griechenland im Namen der sogenannten Troika passiert und wohin die Steuergelder, UNSER(!) Geld tatsächlich fließen, wenn mal wieder Banken gerettet werden müssen, so wie damals, in der Weltwirtschaftskrise 2007 und 2008…

Nun zu den Dokus: 🎬

Doku 1:

„Macht ohne Kontrolle – Die Troika“:

Macht ohne Kontrolle – Die Troika (Deutsche Version), Arte-Sendung am 24.03.15: „MACHT OHNE KONTROLLE – DIE TROIKA“ – ein Film von Harald Schumann & Arpad Bondy. Ab Minute 15:15: „Griechenland wurde für die Stabilität des globalen Finanzmarktes geopfert.“

Minute 1:17:25: „Ein paar Leute haben mit diesen Transaktionen Milliarden verdient.“

„Nach seinem preisgekrönten Film „Staatsgeheimnis Bankenrettung“ geht der Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor Harald Schumann erneut einer brisanten Frage auf den Grund: Was passiert mit Europa im Namen der Troika? Beamte aus den drei Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission – der Troika – agieren ohne parlamentarische Kontrolle. Sie zwingen Staaten zu Sparmaßnahmen, die das soziale Gefüge gefährden und tief in das Leben von Millionen Menschen eingreifen. Harald Schumann reist nach Irland, Griechenland, Portugal, Zypern, Brüssel und in die USA, und befragt Minister, Ökonomen, Anwälte, Bänker, Betroffene. „Wer Geld hat, lebt, wer kein Geld hat, stirbt.“, sagt der Arzt Georgios Vichas. Er leitet eine Freiwilligen-Klinik in Athen, während staatliche Krankenhäuser leer stehen müssen. Eine Begrenzung der Ausgaben im Gesundheitswesen führte dazu, dass rund ein Viertel der Bevölkerung keine Krankenversicherung mehr hat und über 200 Kliniken landesweit geschlossen wurden. Genauso absurd wie die Gesundheitspolitik ist die Mindestlohnpolitik, die die Troika den verschuldeten Ländern abverlangt. Dass Sparen so nicht funktionieren kann, erklärt der Nobelpreisträger Paul Krugman. Die Armen werden ärmer und die Reichen reicher. Ist das Europas Politik? Leidenschaftlich fordert Harald Schumann mehr Transparenz und Verantwortung für ein soziales Europa. Dafür nimmt er seine Zuschauer mit auf eine packende Recherchereise, bei der er dem Ursprung und den Auswirkungen konkreter Entscheidungen der Troika auf den Grund geht.“

▶▶▶ https://www.youtube.com/watch?v=Sw3gdliKYBM&t=5s

Und Doku Nummer 2:

„Es ist unser Geld, dass hier ausgegeben wird um schlecht wirtschaftenden Banken ihre Gewinne zu erhalten. Der Steuerzahler zahlt die privaten Schulden der Banken und wird dafür noch von den Bankenmanagern ausgelacht, wie kürzlich bei mitgeschnittenen Gesprächen von Führungskräften der Anglo Irish Bank ans Tageslicht kam. Staatsgeheimnis Bankenrettung zusätzliches Hintergrundmaterial: Drei Jahre „Griechenland – Rettung“: 77% flossen in Finanzsektor. Bericht von Attac:

—> http://www.attac-netzwerk.de/was-laeuft/neuigkeiten/detailansicht/datum/2013/06/17/griechenland-rettung-77-prozent-flossen-in-finanzsektor/

Genaue Aufstellung von Attac Österreich:

—> http://www.attac.at/uploads/media/hintergrundmaterial_bailout_deutsch.pdf

Inhalt: 50 Milliarden Euro in Griechenland, 70 Milliarden Euro in Irland, 40 Milliarden Euro in Spanien – ein Eurostaat nach dem anderen sieht sich gezwungen, seine Banken mit gigantischen Summen zu stützen, um damit die Verluste auszugleichen, die den Geldhäusern aus faulen Krediten entstanden sind. Aber wohin gehen die Milliarden eigentlich? Wer sind die Begünstigten? Mit dieser einfachen Frage reist der preisgekrönte Wirtschaftsjournalist und Sachbuchautor Harald Schumann quer durch Europa und bekommt verblüffende Antworten. Die Geretteten sitzen – anders als häufig vermittelt und von vielen angenommen wird – nicht in den ärmeren Eurostaaten, sondern hauptsächlich in Deutschland und Frankreich. Ein großer Teil des Geldes landet nämlich bei den Gläubigern der Banken, die gerettet werden wollen oder müssen. Und obwohl diese Anleger offenkundig schlecht investiert haben, werden sie – entgegen aller Logik der freien Marktwirtschaft – auf Kosten der Allgemeinheit vor jeglichen Verlusten geschützt. Warum ist das so? Wer bekommt das Geld? Eigentlich simple Fragen, die aber den Kern der europäischen Identität berühren.“

▶▶▶ https://www.youtube.com/watch?v=3lP6DbIfeVo&t=48s

Viel Spaß beim Anschauen dieser, wie ich finde, sehr wichtigen Dokus! Es ist nämlich wichtig, dass die Wahrheit über die Machenschaften und das Vorgehen der Geldgeber-Troika ans Licht kommt!

 

 

 

 

Spannende Vortragsreihe in #Frankfurt am Main zur Lage in #Griechenland: #Austerität, Verelendung, Widerstand:

Vom 3. Mai bis 5. Juli 2017.
Veröffentlicht am 12. Juni 2017 von Brian.

„Die Antwort der #EU auf die Krise des internationalen Finanzmarktsystems und der europäischen Währungsunion heißt Austerität. Das hat zu massiven Verwerfungen insbesondere in den südeuropäischen Gesellschaften geführt. In Griechenland verdichtet sich diese Krisenkonstellation auf extreme Weise: autoritäre Steuerungspolitik statt Demokratie und radikaler Abbau von sozialen Bürgerrechten.

Der von der #Troika (EU-Kommission, EZB, IWF) versprochene ökonomische Aufschwung für Griechenland bleibt weiter aus. Die Folgen der neoliberalen „Schock-Doktrin“ sind verheerend: Massenverarmung, Zerschlagung der Daseinsvorsorge, Ausverkauf des Staatseigentums und der kollektive Verlust von Zukunftsperspektiven. Gleichzeitig entwickelte sich in Griechenland eine breite solidarische Bewegung, worauf die linke Partei #SYRIZA ihren Wahlerfolg im Januar 2015 gründete. Trotz des demokratischen Vetos der griechischen Bevölkerung gegen die Politik der Memoranda am 5. Juli 2015, lenkte SYRIZA gegenüber der Troika ein und exekutiert seitdem die #Austeritätspolitik der EU. So steht Griechenland im Frühjahr 2017 gerade aufgrund der „Strukturanpassung“ und des damit institutionalisierten Schuldenregimes weiterhin vor ungelösten sozialen, ökonomischen und politischen Missständen.“ (…)

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

griechenlandsolidarität

Die Antwort der EU auf die Krise des internationalen Finanzmarktsystems und der europäischen Währungsunion heißt Austerität. Das hat zu massiven Verwerfungen insbesondere in den südeuropäischen Gesellschaften geführt. In Griechenland verdichtet sich diese Krisenkonstellation auf extreme Weise: autoritäre Steuerungspolitik statt Demokratie und radikaler Abbau von sozialen Bürgerrechten.

Der von der Troika (EU-Kommission, EZB, IWF) versprochene ökonomische Aufschwung für Griechenland bleibt weiter aus. Die Folgen der neoliberalen „Schock-Doktrin“ sind verheerend: Massenverarmung, Zerschlagung der Daseinsvorsorge, Ausverkauf des Staatseigentums und der kollektive Verlust von Zukunftsperspektiven. Gleichzeitig entwickelte sich in Griechenland eine breite solidarische Bewegung, worauf die linke Partei SYRIZA ihren Wahlerfolg im Januar 2015 gründete. Trotz des demokratischen Vetos der griechischen Bevölkerung gegen die Politik der Memoranda am 5. Juli 2015, lenkte SYRIZA gegenüber der Troika ein und exekutiert seitdem die Austeritätspolitik der EU. So steht Griechenland im Frühjahr 2017 gerade aufgrund der „Strukturanpassung“ und des damit institutionalisierten Schuldenregimes weiterhin vor ungelösten sozialen, ökonomischen…

Ursprünglichen Post anzeigen 135 weitere Wörter

Herr Schäuble ist wirklich das größte Hindernis für ein soziales und solidarisches Europa! Weil er jegliche Aussicht auf Fortschritt blockiert! 😞😖

Perfiderweise warf Wolfgang Schäuble am 1. Juni 2107 Alexis Tsipras vor, die griechischen Reeder nicht zu angemessen zu besteuern. Er überholt den Griechen von links: Er wirft ihm vor, durch die Umsetzung der Reformen die Ärmsten zu belasten (Quelle). Wenn es eine Person gibt, die den größten Anteil an der Dauererpressung der Regierung Tsipras hat, dann ist es Wolfgang Schäuble. Das EU-Establishment mit dem deutschen Finanzminister an der Spitze zwingt die Griech*innen, ein Verarmungs- und Entrechtungsgesetz nach dem anderen zu verabschieden. Am Schluss dem Erpressten noch vorzuwerfen, dass er sich unterworfen hat – zynischer als Wolfgang Schäuble geht es nicht.

griechenlandsolidarität

Perfiderweise warf Wolfgang Schäuble am 1. Juni 2107 Alexis Tsipras vor, die griechischen Reeder nicht zu angemessen zu besteuern.Er überholt den Griechen von links: Er wirft ihm vor, durch die Umsetzung der Reformen die Ärmsten zu belasten (Quelle). Wenn es eine Person gibt, die den größten Anteil an der Dauererpressung der Regierung Tsipras hat, dann ist es Wolfgang Schäuble. Das EU-Establishment mit dem deutschen Finanzminister an der Spitze zwingt die Griech*innen, ein Verarmungs- und Entrechtungsgesetz nach dem anderen zu verabschieden. Am Schluss dem Erpressten noch vorzuwerfen, dass er sich unterworfen hat – zynischer als Wolfgang Schäuble geht es nicht.

Einen Tag vorher meldete die Rickmers Holding Reederei (114 Schiffe) Insolvenz an. Mit den deutschen Reedern geht es schon länger bergab. Die griechischen Reeder reagierten sofort mit einer Presseerklärung, in der sie Schäuble vorrechneten, dass deutsche Reeder wesentlich geringer besteuert werden als griechische. Außerdem werfen sie ihm vor, Wahlkampf auf Kosten…

Ursprünglichen Post anzeigen 196 weitere Wörter

Alles muss raus – ins Ausland! Privatisierungen in #Griechenland – eine endlose Liste… ☹

Veröffentlicht am 14. Mai 2017 von georgbrzoska.

Von Ralf Kliche. Abgedruckt im Magazin „FaktenCheckEuropa Nr.3“

„Anfang Mai 2017 wurde in den Medien der „Kompromiss“ im Schuldenstreit mit Griechenland bestätigt, der sich bereits seit dem Treffen der der Euro-Gruppe im März abgezeichnet hatte: Er sieht insbesondere eine Rentenkürzung ab 1.1.2019 um bis zu 18% und höhere Steuern vornehmlich für die Armen durch Senkung des Steuerfreibetrages von 8636 Euro auf ca. 5681 Euro pro Jahr vor. Im Gegenzug soll es zur Auszahlung der nächsten Kredittranche kommen, die dann zu großen Teilen an die Gläubiger zurück fließen wird.
Damit wird implizit bestätigt, dass die griechische Regierung den Privatisierungsanforderungen nachkommt, zu denen sie sich im 3. Memorandum 2015 verpflichtet hatte. Die Regierungspartei Syriza hat sich zu einem verlässlichen Partner in der Umsetzung der Austeritätspolitik (auch) durch Privatisierungen entwickelt:

Im September 2016 wurde der zugesagte neue Privatisierungs-„Superfonds“ gegründet. Zur Privatisierung eingebracht wurden u. a. die staatliche Elektrizitätsgesellschaft DEI, die Wassergesellschaften von Thessaloniki und Athen (EYATH und EYDAP), aber auch z.B. die Metrobetriebe von Athen und der Fahrzeughersteller ELVO.

Im November 2016 wurde Stergios Pitsiorlas, der Chef der weiterhin bestehenden Privatisierungsgesellschaft TAIPED – eine griechische Treuhand – in die Regierung berufen und zum Staatsekretär im Wirtschaftsministerium ernannt, wo er jetzt öffentlich den Erfolg und Fortgang der Privatisierung lobt, der allerdings immer noch etwas durch den griechischen „Etatismus“ behindert werde.

Im April 2017 forderten in der internen Diskussion der Syriza-Parteiführung über den angesprochenen „Kompromiss“ drei ehemalige Syriza-Minister und 10 weitere Mitglieder Neuwahlen oder ein Referendum vor der Ratifizierung der neuen Sparmaßnahmen:

Dazu zählten z.B. der ehemalige Schiffahrtsminister Thodoris Dritsas und der hoch angesehene Ex-Bildungsminister Nikos Filis. Sie argumentierten, dass vor dem Beschluss zur Einsparung von weiteren 3,6 Mrd. Euro die Zustimmung der Partei und der Bevölkerung eingeholt werden müsse, Parteiführung und Regierung dürften nicht alleine entscheiden. Nach heftiger Diskussion durfte am Ende nicht einmal über den Antrag abgestimmt werden. (1)

[Weiterlesen auf dem Blog Griechenlandsolidarität…]

➡➡➡ https://griechenlandsoli.com/2017/05/14/alles-muss-raus-ins-ausland-privatisierungen-in-griechenland-eine-endlose-liste/

 

griechenlandsolidarität

Von Ralf Kliche     abgedruckt in FaktenCheckEuropa Nr.3

Anfang Mai 2017 wurde in den Medien der „Kompromiss“ im Schuldenstreit mit Griechenland bestätigt, der sich bereits seit dem Treffen der der Euro-Gruppe im März abgezeichnet hatte: Er sieht insbesondere eine Rentenkürzung ab 1.1.2019 um bis zu 18% und höhere Steuern vornehmlich für die Armen durch Senkung des Steuerfreibetrages von 8636 Euro auf ca. 5681 Euro pro Jahr vor. Im Gegenzug soll es zur Auszahlung der nächsten Kredittranche kommen, die dann zu großen Teilen an die Gläubiger zurück fließen wird.

Damit wird implizit bestätigt, dass die griechische Regierung den Privatisierungsanforderungen nachkommt, zu denen sie sich im 3. Memorandum 2015 verpflichtet hatte. Die Regierungspartei Syriza hat sich zu einem verlässlichen Partner in der Umsetzung der Austeritätspolitik (auch) durch Privatsierungen entwickelt:
Im September 2016 wurde der zugesagte neue Privatisierungs-„Superfonds“ gegründet. Zur Privatisierung eingebracht wurden u. a. die staatliche Elektrizitätsgesellschaft DEI, die Wassergesellschaften von Thessaloniki und…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.493 weitere Wörter

„This is NOT a Coup, or this was not a Coup in Greece…

…it’s just another day in the EU!“

 

THIS IS NOT A COUP (dt. Untertitel) am Donnerstag, 11. Mai 2017, um 19 Uhr im regenbogenKINO, Berlin-Kreuzberg, Lausitzer Str. 22. 80 min. Film, anschließend Gespräch mit Filmautor Aris Chatzistefanou aus Athen.

 
Eintritt: 6 €, 5 € für StudentInnen, 4 € für Hartz IV-EmpfängerInnen.

 
Spannend, kritisch, klug:

Nach „Debtocracy“, „Catastroika“ und „Fascism Inc.“ gibt Aris Chatzistefanou auch mit seinem jüngsten, preisgekrönten Film THIS IS NOT A COUP wieder außergewöhnliche Einblicke in die ganz gewöhnliche Politik in Europa.

 
Er und Mitautor Aris Triandafyllou zeigen, wie die EU-Institutionen in Italien, Irland, Zypern und Griechenland Einfluss nehmen, um die Kürzungspolitik durchzusetzen. Sie greifen zurück in die Geschichte und dokumentieren die Rolle großer Banken und Unternehmen bei der Einführung des Euro. Und sie stellen Fragen an die Zukunft: Ist die EU vereinbar mit der Demokratie? Ist sie reformierbar?

griechenlandsolidarität

THIS IS NOT A COUP
(dt.
Untertitel) am Donnerstag, 11. Mai 2017, um 19 Uhr
im regenbogenKINO, Berlin-Kreuzberg, Lausitzer Str. 22
80 min. Film, anschließend Gespräch mit Filmautor Aris Chatzistefanou aus Athen
Eintritt: 6 €, 5 € für StudentInnen, 4 € für Hartz IV-EmpfängerInnen

Spannend, kritisch, klug: Nach „Debtocracy“, „Catastroika“ und „Fascism Inc.“ gibt Aris Chatzistefanou auch mit seinem jüngsten, preisgekrönten Film THIS IS NOT A COUP wieder außergewöhnliche Einblicke in die ganz gewöhnliche Politik in Europa.
Er und Mitautor Aris Triandafyllou zeigen, wie die EU-Institutionen in Italien, Irland, Zypern und Griechenland Einfluss nehmen, um die Kürzungspolitik durchzusetzen. Sie greifen zurück in die Geschichte und dokumentieren die Rolle großer Banken und Unternehmen bei der Einführung des Euro. Und sie stellen Fragen an die Zukunft: Ist die EU vereinbar mit der Demokratie? Ist sie reformierbar?

Schaut mit, denkt mit, diskutiert mit: Regisseur und Drehbuchautor Aris Chatzistefanou wird zu Gast sein!

Veranstalter:…

Ursprünglichen Post anzeigen 183 weitere Wörter

Beitrag in der Jungen Welt vom 23. März.

„Es wird vom öffentlichen Gut zur Handelsware“
In Griechenland wehrt sich die Bevölkerung gegen Auflagen der »Troika«, Wasserwerke zu privatisieren. Gespräch mit Monika von zur Mühlen.

Interview: Sascha Stanicic

griechenlandsolidarität

Save greek water EmblemJunge Welt 23.3. Sascha Stanicic
Es wird vom öffentlichen Gut zur Handelsware“
In Griechenland wehrt sich die Bevölkerung gegen Auflagen der »Troika«, Wasserwerke zu privatisieren. Gespräch mit Monika von zur Mühlen

Sie beteiligen sich an einer Kampagne gegen die Privatisierung der Wasserwerke in Griechenland. Welche Situation herrscht dort vor?
Die sogenannten Hilfsprogramme für Griechenland waren seitens der sogenannten Troika stets an die Bedingung geknüpft, griechisches Staatsvermögen in großem Umfang zu privatisieren. Mit dem dritten Memorandum 2015 wurde Griechenland auch die Privatisierung der beiden größten Wasserwerke in Athen und Thessaloniki aufgezwungen – gegen den erklärten Willen der Bevölkerung und entgegen einer früheren Zusage seitens der EU-Kommission, die Wasserversorgung in der EU von den Privatisierungsvorhaben auszunehmen.

Welche Folgen hätte eine Privatisierung?
Werden Wasserwerke privatisiert oder auch in solche öffentlich-privaten-Partnerschaften überführt, so zeigt die Erfahrung aus verschiedenen Ländern, dass mit negativen Folgen für die Bevölkerung zu rechnen ist. Es ist stets dasselbe…

Ursprünglichen Post anzeigen 134 weitere Wörter

Sahra Wagenknecht auf der 21. Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin am 9. Januar 2016:

So, wie der Euro konstruiert wurde, war er bewusst konstruiert, Lohndumping in Euro-Europa zu befördern. Das war der Hintergrund und war kein Zufall und kein Nebenprodukt. Und das bedeutet aber natürlich für Europa:

Wir haben nicht nur deshalb neoliberale Politik in Europa, weil wir neoliberale Regierungen haben, das ist nur die halbe Wahrheit. Die ganze Wahrheit ist, dass wir auch deshalb neoliberale Politik haben, weil wir neoliberale Verträge und neoliberale Institutionen etabliert haben, die jetzt auch Regierungen, die eigentlich was anderes wollen, Vorschriften machen können und davon auch reichlich Gebrauch machen. Wir haben es doch alle in Griechenland erlebt. Also, in Griechenland ist ja nun der Beweis erbracht worden, dass man heutzutage für Staatsstreiche keine Panzer mehr braucht, sondern dass es reicht, wenn man Mario Draghi an seiner Seite hat und die Banken. So kann man im Grunde eine Regierung, wie zuletzt die eigentlich linke SYRIZA-Regierung in Griechenland, wirklich völlig auflaufen lassen.

Und das heißt natürlich auch, und ich finde, darüber müssen wir als Linke diskutieren, wenn wir über die Aufgaben von Linken in Europa und Deutschland diskutieren: Es gibt ohne einen Plan B in Europa derzeit keine linke Politik. Und die Probleme Griechenlands würden sich genauso in Spanien, in Portugal oder in anderen Ländern stellen, weil die Institutionen so geschaffen wurden, um diesen Regierungen alle Möglichkeiten zu nehmen.“

Schlagwörter-Wolke

%d Bloggern gefällt das: