~ Gedanken über die Welt ~

Archiv für August, 2011

Franken – Eine Region mit vielen Facetten

Drei Silberspitzen auf rotem Grund bilden das fränkische Wappen, den „fränkischen Rechen“, und symbolisieren zugleich die drei Regierungsbezirke Ober- , Mittel- und Unterfranken.

Franken ist eine Region im Süden Deutschlands, die sich hauptsächlich über den Norden Bayerns ersteckt. Die politische Gliederung erfolgt heute in drei Regierungsbezirke. Die Regierungssitze der Bezirke sind Ansbach, Bayreuth und Würzburg. In Franken kann man die unterschiedlichsten Landschaften vorfinden: Zwischen Spessart und Fichtelgebirge, Rhön und Altmühltal gibt es viel zu entdecken. So vielfältig wie die Landschaftsbilder sind auch die Kulturdenkmäler und Baustile. Freizeitsportler kommen auch auf ihre Kosten. Wandern, Radfahren, Klettern, Golfen und Kanufahren ist hier möglich.

Das fränkische Wappen

Im Süden von Oberfranken liegt die Fränkische Schweiz mit ihren idyllischen Flusstälern, bizarren Tropfsteinhöhlen (Teufelshöhle in Pottenstein und Binghöhle in Streitberg) und den mittelalterlichen Burgen, welche auf steilen Dolomitfelsen thronen. Nach Nordosten hin schließen das Fichtelgebirge mit dem Ochsenkopf und dem höchsten Berg Frankens, dem Schneeberg (1053 Meter), sowie der Frankenwald die Region ab.

In Mittelfranken gibt es weite Mittelgebirgslandschaften wie die Frankenalb. Im Süden befindet sich das Fränkische Seenland, ein Freizeit- und Erholungsgebiet zwischen Weißenburg und Ansbach. In Gunzenhausen kann man noch Reste des früheren römischen Grenzwalls, des Limes, betrachten.

In Unterfranken macht der größte Fluss Frankens, der Main, seine größten Umwege: Bei Schweinfurt biegt er in das Maindreieck ab. Hier beginnt das sogenannte Fränkische Weinland. Unterhalb der Rebhänge liegen malerische Orte wie Volkach, Sulzfeld und Sommerach. Weinfeste bei denen die Besucher alte oder neue Rebsorten probieren können findet man in dieser Region viele. Bekannte Weine sind der Würzburger Steinwein, Spätburgunder, Domina Bacchus und Müller-Thurgau. Die bedeutendste Stadt ist Würzburg, mit ihrer barocken Residenz und der Marienburg. Bei Gemünden ändert der Main seine Richtung und umfließt die dunklen Wälder des Spessarts und der Rhön.

Uraubsparadies Fränkische Schweiz

Geschichte

Ein wichtiger Bestandteil der fränkischen Geschichte war der Reichskreis um 1500, den Kaiser Maximilian I. gründete. Er teilte sein Reich in 10 Kreise ein und schloss 24 Territorien in den Kreis Franken zusammen. Nur das Untermaingebiet, Dinkelsbühl und Coburg gehörten noch nicht dazu. Nach dem Anschluss von Coburg hatte Franken seine heutige Ausdehnung erreicht. Als die erste Lokomotive, der „Adler“, auf der kurzen Strecke von Nürnberg nach Fürth fuhr, wurde das Zeitalter der Eisenbahn eingeläutet. In der NS-Zeit erlangte Nürnberg traurige Berühmtheit als „Stadt der Reichsparteitage“. Heute informiert das Doku-Zentrum über die Geschichte der Reichsparteitage und die „Nürnberger Prozesse“.

Der Marienberg in Würzburg

Der Dialekt und die Bierspezialitäten

Politisch gehört Franken zwar zu Bayern, dennoch unterscheidet sich der Franke allein schon durch den Dialekt der innerhalb Frankens stark variieren kann: das Fränkische. So sagen die Schweinfurter zur Semmel „Brödli“, die Bamberger dagegen „Brödla“. Wenn man nach Unterfranken kommt, erkennt man auch Einflüsse des hessischen Dialektes. Ein gemeinsames Kennzeichen aller Franken ist das Unterscheiden von harten/weichen Konsonanten wie „b“ und „p“, sowie die Wörter „gell“ und „fei“ zur Bekräftigung einer Aussage. Bier spielt in Franken auch eine große Rolle. Die Region weist die größte Brauereidichte Deutschlands auf. In der Fränkischen Schweiz gibt es bereits 70 Brauereien, weshalb die Gegend „Bierfranken“ genannt wird.  Der kleine Ort Aufseß in der Fränkischen Schweiz steht sogar im Guinness-Buch der Rekorde. Statistisch gesehen versorgen dort 4 Brauereien knapp  1500 Einwohner. Ob Helles, Dunkles, Pils, Lager, Keller- oder Bockbier – bei der Auswahl bleiben kaum Wünsche offen.




Interview mit Jean Ziegler

In einem Interview mit dem Nachtmagazin der ARD, kritisierte der Schweizer Soziologe und UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, angesichts der Eurokrise das Verhalten der Banken. Seine Meinung ist eindeutig:

„Die Bürger müssten bezahlen – aber für die Banken gebe es keine Auflagen. Das sei skandalös. Aber eines Tages komme der „Aufstand des Gewissens“ gegen den „Bankenbanditismus“, erklärt Ziegler.

Die vergessene Generation

Die letzten Tage haben Großbritannien bis ins Mark erschüttert. Brennende Barrikaden und Häuser, eingeschlagene Schaufensterscheiben, verwüstete Straßen und Plünderungen – Ergebnisse von nächtelangen „Riots“. Auslöser soll der Tod eines 29-jährigen Familienvaters gewesen sein, der beim Schusswechsel mit der Polizei ums Leben kam. Doch ist das wirklich der einzige Grund? Ich glaube es nicht. Eine Analyse.

Alles begann mit einer friedlichen Protestkundgebung am Abend des 4. August vor dem örtlichen Kommissariat im Bezirk Tottenham. Die Verlobte und die Angehörigen des Opfers wollten mehr über die Umstände wissen, wie es zu diesem Todesfall kam. Aber die Behörden hielten dicht. Kein einziges Wort drang nach außen. Am Anfang wurde vermutet, dass Mark Duggan zuerst geschossen hatte; was sich nach ballistischen Untersuchungen aber als falsch herausgestellt hatte. Die Information über Duggans Tod und der damit zusammenhängende Ausbruch der gewaltigen Ausschreitungen verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den Medien dieser Welt und wurde als einziger Grund genannt. Meiner Meinung nach stimmt das nicht. Wenn man sich nämlich das Ausmaß der Zerstörungen genauer ansieht, kann man durchaus davon ausgehen, dass es schon etwas länger im Kessel brodelt.

Da treffen mehrere Faktoren aufeinander. Zum Beispiel die Tatsache, dass es sich bei Tottenham, Brixton und einigen anderen um Arbeiterviertel mit hoher Arbeitslosigkeit handelt. Die Jugendlichen haben überhaupt keine Zukunftsperspektiven. Einige werden sich jetzt denken: „Tja, dann sollen sie sich eben eine Arbeit suchen.“ Nun, das ist zunächst leicht dahergesagt. Die Wirklichkeit sieht trotzdem anders aus. Dort gibt es schlicht und ergreifend keine Arbeit, oder die Möglichkeit, dass die jungen Leute eine Ausbildung absolvieren können. Die übriggebliebenen Jobs hängen von öffentlichen Geldern ab. Im Zuge des radikalen Sparkurses der konservativen Regierung um Premierminister Cameron, sollen der Sozialbereich und die Mittel für die Jugendarbeit massiv gekürzt werden. Ein fataler Weg, weil man der dortigen Jugend, aber auch den Erwachsenen den letzten Funken Hoffnung raubt. Mit dem Sparpaket werden diese Menschen, die ohnehin schon wenig haben, weiter geschröpft. Eine explosive Mischung, die irgendwann hochgeht.

Ein kleiner Blick in die Geschichte verdeutlicht, dass die Fehler von damals wiederholt wurden: Was Margaret Thatcher einst gepredigt hatte, wurde einfach übernommen. Von der Labour-Party, wie auch von den Konservativen. Der Kern ihrer Wirtschaftspolitik in den 1980er Jahren, war auch ein Sparpaket, zulasten der Arbeitnehmerschaft, Kommerzialisierung der Lebensbereiche und einiges mehr. Und die, die tatsächlich von den wirtschaftlichen Reformen profitiert hatten, waren sicherlich nicht die „kleinen Leute“, sondern die, welche schon genug besaßen. Was auch wenig verwunderlich ist, wenn Einkommen und Vermögen ungleich verteilt sind und die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) bereits mehrfach bestätigt hat. Zwar wuchs die britische Wirtschaft vor Beginn der Weltwirtschaftskrise 2008 wieder, allerdings kam der konjunkturelle Aufschwung kaum bis gar nicht in den besagten Stadtteilen an.







Wie steht es um unsere Demokratie?

Ich habe mir in letzter Zeit etwas Gedanken über unsere Demokratie gemacht.

Die Bürger der EU werden immer mehr mit Gesetzen und Regelungen überhäuft, deren Nutzen doch ziemlich fragwürdig erscheinen.

Wortwörtlich übersetzt bedeutet Demokratie normalerweise „Volksherrschaft“.

Die gewählten Volksvertreter und die Parteien sollen bei der politischen Meinungsbildung des Volkes mitwirken. Doch mittlerweile scheint es so, als würde sich ein Großteil der Politiker – in Deutschland wie auch in den anderen EU-Staaten – immer mehr vom Volk entfernen. Die getroffenen Entscheidungen und die verabschiedeten Gesetze dienen nicht den Bürgern, sondern eher den Wirtschaftsmächtigen und den Lobbygruppen, die oft ein kinderleichtes Spiel haben, ihre eigenen Interessen durchzusetzen, weil die Politiker einknicken. Als Beispiel sei hier der Geheimvertrag zwischen der schwarz-gelben Bundesregierung und den Energiekonzernen zur Laufzeitverlängerung der AKWs genannt. Und ganz plötzlich kann es ihnen nicht schnell genug mit dem Ausstieg aus der Atomkraft gehen. Aber jetzt kommt die Frage: Kann man ihnen trauen? Sie haben schon zu viel falsch gemacht, als dass man ihnen wirklich noch trauen könnte.

Genauso verhält es sich mit den Anti-Terror-Gesetzen, die – wenn es nach Innenminister Friedrich geht – verlängert werden sollen. Angeblich geht es um die Sicherheit.

Es gibt aber noch weitere Beispiele: Die Vorratsdatenspeicherung, die Online-Durchsuchung und das SWIFT-Abkommen, bei dem die Daten des Zahlungsvekehrs an die USA übermittelt werden.

Diese sollen zum Aufspüren der Finanzierung des Terrorismus verwendet werden. Die Bürger werden somit pauschal verdächtigt und ihre Rechte systematisch beschnitten. Außerdem ist nicht ausgeschlossen, dass die Daten an Drittstaaten weitergegeben werden können. Datenschutz? Fehlanzeige.

Dazu kommt noch der Vetrag von Lissabon, durch den die Zuständigkeiten und Befugnisse fast komplett auf das EU-Parlament übertragen wurde. Von der nationalen Identität der Mitgliedstaaten ist nicht mehr viel übriggeblieben.

Was auch Sorgen bereiten dürfte, ist, dass die Kriminalisierung des antifaschistischen Protests zunimmt. So las ich letztens, dass die Polizeidirektion Dresden von den nordrhein-westfälischen Busunternehmen, welche die Antifaschisten am 19. Februar nach Dresden transportierten, genaue Angaben über den Streckenverlauf der Busse, die eingelegten Pausen und die Abreisepunkte verlangen. Darüber hinaus sollen auch die Anschriften der Personen angegeben werden und ob diese Transparente und Fahnen mit sich trugen. Und das nennen sie Demokratie? Darf man sich Neonazis, welche nachweislich antidemokratisch gesinnt sind, etwa nicht mehr in den Weg stellen? Naja, echte Demokratie sieht anders aus.

Zumindest sollte die Partizipation der Bürger in der Politik stärker ausfallen.

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